von Sergio Baumann

Was du über die folgenschwere Volkskrankheit Diabetes wissen solltest.

Die chronische Stoffwechselerkrankung Diabetes gilt als Volkskrankheit, die ‘nur alte Leute haben’. Volkskrankheit bedeutet auf eine Art auch, dass sie akzeptiert wird und ihre Gefahren daher relativiert werden. 

Am 14. November findet jährlich der Weltdiabetestag statt. Warum? Weil Diabetes eine derart übersehbare, gleichzeitig folgenschwere Krankheit ist, auf die bewusst aufmerksam gemacht werden muss.

Was steckt hinter dieser vermeintlich irrelevanten Volkskrankheit?

Die Wenigsten wissen, dass

  • gesundheitliche Schäden durch die Krankheit früh begünstigt werden,
  • es jeden treffen kann, unabhängig von Alter und Geschlecht,
  • die Anzahl Neuerkrankungen in Industrieländern rapide zunimmt,
  • es eine einfache Vorsorgemöglichkeit gibt,
  • es 2 Typen an Diabetes gibt und sogar ein Vorstadium (Prädiabetes).

Was passiert bei Diabetes?

Der Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, heisst: Der Körper beeinträchtig aus irgendeinem Grund die eigene Funktion. In diesem Fall zerstört der Körper gewisse Zellen, die in der Bauchspeicheldrüse liegen und das Hormon Insulin produzieren.

Insulin ist sowas wie ein Schlüssel. Ist zu wenig davon vorhanden, kann der Zucker als Energielieferant nicht dorthin gelangen, wo es gebraucht wird, um Gutes zu tun – nämlich in die Zellen des Körpers.

Die Glukose bleibt also in der Blutbahn, was fatal ist. Denn die Leber produziert fröhlich weiter, sodass das Blut regelrecht überschwemmt wird von Fett und Zucker. Zudem beeinträchtigt die Übersäuerung des Blutes weitere Stoffwechselvorgänge im Körper.

Ist die Niere intakt, wird von ihr wiederum der zu viele Zucker irgendwann über den Urin ausgeschieden. Klingt eigentlich gut, ist es aber nicht. Der Körper leidet an Nährstoffverlust. No good.

Was sind die Ursachen für die Entstehung von Diabetes?

Die Ursachen für Diabetes Typ 1 sind vorwiegend Faktoren, die wir als erwachsene Menschen nicht mehr beeinflussen können. Vielleicht haben wir’s genetisch vererbt bekommen oder diverse Umweltfaktoren haben die Entstehung der Krankheit gefördert.

Gewisse Zusammenhänge können in der Medizin zwar hergestellt werden, gewisse Faktoren werden wiederum kritisch diskutiert und weiterhin erforscht. Die Zusammenhänge reichen von Geburt per Kaiserschnitt bis Vitamin-D-Mangel im Kindesalter u.v.m.

Während bei Typ 1 regelmäßig Insulin gespritzt werden muss, kann Diabetes Typ 2 durch einen Lebenswandel ‘gezähmt’ werden.

Typ 2 und das böse Bauchfett

Bewegungsmangel und Übergewicht spielen dem Diabetes Typ 2 zu, weshalb dieser meist im Kombi-Paket mit zu hohem Blutdruck entwickelt wird. Ein Indiz dafür, weshalb gerade in Industrieländern die Anzahl Neuerkrankungen stark zunimmt.

Diabetes Typ 2 ist keine Autoimmunerkrankung. Bei Typ 2 spielt nicht die geringe Produktion von Insulin eine Rolle, sondern eine sog. Insulinresistenz – eingeleitet vom bösen Bauchfett. Ist die Fettzelle nämlich voll, wird das Hormon Adiponektin weniger produziert. Kommt das Hormon zu wenig im Blut vor, wird die Wirkung von Insulin geschwächt – was zu einer Resistenz führt.

Im Frühstadium versucht der Körper der Resistenz entgegenzuwirken, indem er eine Übermenge an Insulin ausschüttet. Allerdings ist auch die irgendwann ausgeschöpft – und es kommt, was kommen muss: Der Blutzuckerspiegel steigt und so weiter und so fort…

Vererbt hin oder her, Typ 2 kann effektiv durch Veränderung der Lebensweise unter Kontrolle gebracht werden – womit weitere Schäden am Körper verhindert werden können.

Typ 2 – ja, nein, vielleicht?

Fakt ist: Diabetes Typ 2 ist nicht heilbar aber beeinflussbar durch deinen Lebensstil. Kümmerst du dich rechtzeitig darum und weisst über die Krankheit Bescheid, können beeinträchtigende Spätschäden an Nieren, Augen, Blutgefässen, Nerven und am Herz verhindert werden.

Ergo: Früherkennung ist wichtig!

Messen, erkennen, behandeln – gesund weiterleben. Beginne gleich heute damit: Teste und beobachte deine Blutzuckerwerte. Dank moderner Messgeräte wie unserem PixoTest® ist dies einfach, schnell und mobil möglich. Einen Arztbesuch kann der Selbsttest nicht ersetzen – aber es schärft den Bewusstsein!

Tiefer gehende Informationen über Diabetes Typ 1 und Typ 2 findest du bei der Schweizerischen Diabetesgesellschaft unter diabetesschweiz.ch.